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Vermögensaufbau - diese 50 Anfängerfehler
solltest du unbedingt vermeiden

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Investitionen können eine großartige Möglichkeit für dich sein, ein Vermögen und weitere Einkommensströme aufzubauen. Gerade als Neuling auf diesem Gebiet, gibt es einige häufige Fehler, die du unbedingt vermeiden sollten, wenn du dein Geld nicht sinnlos verbrennen möchtest. In diesem Artikel werde ich die 50 häufigsten Fehler aufzeigen und Tipps geben, wie du sie vermeiden kannst.

Inhaltsverzeichnis

1. Vor der Finanzplanung mit dem Investieren beginnen

Ein häufiger Fehler, den viele Einsteiger im Finanzbereich machen, ist der direkte Einstieg ins Investieren, ohne sich zuerst einen Überblick über die eigenen Finanzen zu verschaffen.

Bevor du also ans Investieren denkst, ist es wichtig, Fragen wie die folgenden zu klären:

  • Hast du eine IST-Analyse deiner aktuellen finanziellen Situation gemacht?

  • Hast du deine finanzielle Stabilität verbessert?

  • Kennst du deine finanziellen Ziele?

  • Hast du eine Strategie zu deren Erreichung entwickelt?

  • Hast du einen Finanzplan erstellt?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, solltest du mit dem Investieren beginnen.

Für diejenigen, die einen soliden Finanzplan aufbauen möchten, aber nicht wissen wie, empfehle ich meinen kostenlosen Workshop "Mit PLAN durch den Finanzdschungel". Dort lernst du Schritt für Schritt, wie ein solider Finanzplan aussieht und welche Schritte nötig sind, um ihn zu erstellen.

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2. Nicht früh genug mit dem Investieren beginnen

Vermögensaufbau und Sparsamkeit

Je früher du mit dem Investieren beginnst, desto besser. Der Zinseszinseffekt kann selbst aus kleinen Beträgen über die Zeit hinweg ein beträchtliches Wachstum ermöglichen. Beachte aber, dass bereits ein späterer Beginn von einem Jahr einen Vermögensunterschied im fünfstelligen Bereich ausmachen kann.

Um den Zinseszinseffekt optimal zu nutzen, empfiehlt es sich, mit ETF-Sparplänen zu starten. Sie eignen sich ideal für Einsteiger und bei einigen Brokern kannst du bereits mit einer monatlichen Sparrate von einem Euro oder mehr beginnen.

Das folgende Schaubild zeigt dir die Wertentwicklung in Abhängigkeit von unterschiedlichen Sparraten und Anlagedauern.

3. Zu niedrige Sparquote

Ein häufiger Fehler besteht darin, nicht genug zu sparen. Natürlich ist jede Sparquote, egal wie hoch sie ist, besser, wie überhaupt nicht zu sparen. Letztendlich zählt aber trotzdem die Tatsache, dass du im Ruhestand deine Rentenlücke schließen und deinen Lebensstandard aufrechterhalten kannst.

Leider ist auf die Rente kein Verlass und sie reicht oft nicht aus. Daher ist es wichtig, deine Rentenlücke und dein großes finanzielles Ziel zu kennen. Das große finanzielle Ziele bezieht sich auf das Vermögen, das du bis spätestens zum Renteneintrittsalter angespart haben solltest, um deinen Lebensstandard zu halten.

In einem meiner Blogartikel stelle ich drei verschiedene Berechnungsmethoden mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Damit kannst du ganz leicht ermitteln, wie hoch deine monatliche Sparquote sein sollte, um dein großes finanzielles Ziel zuverlässig zu erreichen.

Image by Caroline Hernandez

Berechne deine Rentenlücke richtig – drei Vorgehensweise und ihre Vor- und Nachteile

4. Spekulieren mit Investieren verwechseln

Der Unterschied zwischen Investieren und Spekulieren liegt darin, dass beim Investieren der Anleger seinem Investment  einer gründlichen Analyse und Recherche unterzogen hat.

Beim Spekulieren hingegen investiert der Anleger ohne tiefe Auseinandersetzung mit dem Investment, oft basierend auf Empfehlungen oder Gefühlen.  Dies ähnelt eher einem Glücksspiel, da das Ergebnis ungewiss ist.

Kurz gesagt bedeutet Spekulation ohne ausreichende Analyse zu investieren und lediglich auf eine Wertsteigerung zu hoffen. Wenn du also ernsthaft investieren möchtest, solltest du ausreichend Zeit dafür aufbringen dich gründlich mit deinem gewählten Investment auseinanderzusetzen.

Möchtest du beispielsweise in eine Aktie investieren, dann solltest du dich unter anderem tiefer mit dem Unternehmen beschäftigen. Die Geschäftsberichte und Bilanzen lesen, das Geschäfftsmodell verstehen und die Konkurrenz analysieren.

5. Investieren ohne klar definierte Ziele

Möchtest du planlos, ziellos und wie ein orientierungsloser Kapitän auf dem Meer umhersegeln? Sicherlich nicht. Wie bereits erwähnt, ist es sinnvoll, wenn du dich vor dem Investieren um deinen Finanzplan kümmerst und dabei auch deine finanziellen Ziele definierst.

Dies ist wichtig, denn je nachdem, wann du deine Ziele erreichen möchtest, musst du die richtigen Anlageprodukte dafür auswählen. Wenn beispielsweise ein Sparziel in drei Jahren erreicht werden soll, aber das Geld in Aktien investiert wird, besteht die Gefahr, dass ein Crash einen erheblichen Verlust verursacht. Dies könnte dazu führen, dass du dein Ziel verschieben oder einen teuren Kredit aufnehmen musst.

Außerdem können finanzielle Ziele als Motivation dienen, nicht vorzeitig mit dem Sparen aufzuhören, sondern kontinuierlich dranzubleiben.

 

Definiere also erst deine Ziele, lege fest wann sie fällig sind und entscheide dich dann dementsprechend für die richtigen Anlagen, um deine Ziele zuverlässig zu erreichen.

(Bild einfügen - Checkliste - 1. Ziele definieren 2. Zieltermin festlegen 3. Richtige Anlagen wählen)

6. Zu hohe Erwartungen – Millionär über Nacht

Ein häufiger Fehler, den Anfänger machen, ist, unrealistisch hohe Renditeerwartungen für ihre Investitionen zu haben. Man hört oft Geschichten von Menschen, die über Nacht reich geworden sind. Doch dabei handelt es sich um Ausnahmen. Jedes Investment sollte eher einem Marathon als einem Sprint gleichen. Obwohl es theoretisch möglich ist, innerhalb kurzer Zeit reich zu werden, steigen mit höheren Renditen auch die Risiken eines Totalverlusts.

Nehmen wir zum Beispiel eine Investition in den DAX. Historisch gesehen lagen die durchschnittlichen Renditen zwischen 7-8% pro Jahr. Das sind solide Renditen, aber sie machen dich nicht über Nacht reich.

Du musst bedenken, dass dies nur Durchschnittswerte sind. Es ist durchaus möglich, dass du im ersten Jahr Verluste erleidest und erst im nächsten Jahr eine positive Rendite erzielst oder umgekehrt. Die Börse bleibt launisch und unvorhersehbar und das solltest du nie vergessen.

7. Daytrading betreiben

Daytrading hat in meinen Augen nichts mit Investieren zu tun und gehört für mich ganz klar zur Kategorie "Zockerei". Es verspricht zwar viel Nervenkitzel, aber meiner Überzeugung nach sind nur sehr wenige wirklich erfolgreich damit.

Die meisten erleiden wahrscheinlich hohe Verluste und verbrennen ihr Geld. Jede Kauf- und Verkaufsorder verursacht Gebühren, die sich beim Daytrading schnell summieren. Studien zeigen, dass die dadurch entstehenden Gewinne oft von den hohen Kosten aufgezehrt werden.

Ich persönlich rate daher vom Daytrading ab. Wenn du Vermögen aufbauen möchtest, wähle lieber langfristige Investments, die du über mehrere Jahre hältst. Wenn du zusätzlich Nervenkitzel suchst, kannst du immer noch einen kleinen Teil deines Vermögens als "Spielgeld" verwenden und damit aktiv handeln.

8. Mangel an Geduld und Disziplin

Investieren erfordert Geduld und Disziplin. Es kann verlockend sein, ständig zu handeln und versuchen den Markt zu "schlagen" (wie beim Daytrading), aber das führt oft zu schlechten Ergebnissen. Geduld ist wichtig, da die meisten erfolgreichen Investitionen Zeit brauchen, um sich zu entwickeln. Es kann Jahre dauern, bis eine Aktie ihr volles Potenzial erreicht und während dieser Zeit kann es viele Höhen und Tiefen geben.

Disziplin ist entscheidend, um an deinem Investitionsplan festzuhalten, auch wenn schwierigere Börsenphasen kommen. Wenn die Kurse fallen, ist es verlockend zu verkaufen und Verluste zu begrenzen. Doch mit Disziplin kannst du diese schwierigen Zeiten überstehen und letztendlich eine positive Rendite erzielen.

9. Das Risiko nicht angemessen einschätzen

Was bedeutet Risiko? In der Finanzwelt wird Risiko anhand der Schwankungsbreite einer Anlage definiert. Je stärker eine Anlage schwankt, desto risikoreicher wird sie eingestuft. Diese Definition führt meiner Meinung nach oft zu falschen Investmententscheidungen bei unerfahrenen Einsteigern.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Bankkonto. Es verursacht keine Wertschwankungen und der Kontostand wächst durch Zinsen von Jahr zu Jahr. Doch viele vergessen dabei die Inflation. Ist diese höher als die Zinsen, steigt der Kontostand zwar, aber die Kaufkraft sinkt. Das Bankkonto wird als „sichere“ Anlage definiert, obwohl man sich eigentlich arm spart.

Im Gegensatz dazu betrachten wir das Renditedreieck des DAX. Jede langfristige Investition (Haltedauer von größer 15 Jahren) war hier positiv. Unabhängig vom Einstiegspunkt und unabhängig von Crashes konnte eine Rendite von 8-9% p.a. erzielt werden.

Welche Anlage ist also wirklich risikoreicher? Meiner Meinung nach ganz klar das Sparbuch, da man sich damit bereits heute ziemlich sicher arm spart.

Bild Renditedreieck

10. In etwas Investieren, das du nicht verstehst

Gerade als Einsteiger ist die Euphorie und der Drang groß schnell zu investieren. Oder wenn man von einer vielsprechenden Anlage hört, kann es auch schnell passieren, dass man investiert, ohne zu verstehen, wie sie richtig funktioniert.

Aber egal um welche Anlageklassen es sich handelt , es ist wichtig genau zu verstehen, worum es sich bei der Anlage handelt und wie sie funktioniert. Wenn du deine Investitionen verstehst, kannst du fundiertere Entscheidungen treffen und bist besser in der Lage, Risiken zu bewerten und mögliche Fallstricke zu erkennen.

Zum Glück gibt es zahlreiche Online-Ressourcen und Bücher, die dir helfen können, die Grundlagen unterschiedlicher Anlageklassen zu lernen.

11. Zu schnell auf Hype oder Trendinvestitionen reagieren

Diesen Anfängerfehler hätte ich mir zu Herzen nehmen sollen. Eines meiner ersten Investments war in einen Hanf-ETF, genau zu dem Zeitpunkt, als die Kurse bereits seit Wochen von einem Hoch zum nächsten kletterten und Hanf-Aktien in den Himmel gehypt wurden. Das Ende vom Lied waren Verluste in Höhe von ca. 1.000€, als die Blase endlich platzte und die Investoren erkannten, dass die Unternehmen für viele Jahre doch noch keine Gewinne erzielen würden.

 

Ein weiteres anschauliches Beispiel sind Wasserstoffaktien wie z.B. Plug Power. Der Hype begann, die Kurse explodierten und innerhalb kürzester Zeit hatte die Aktie ihren Wert mehr als vervielfacht. Doch diese Kursexplosion hielt nicht lange an, wie der nachfolgende Chartverlauf zeigt.

Also sei vorsichtig, wenn du dich einem Hype anschließt. Die Kurse können zwar sehr schnell steigen, aber auch genauso schnell wieder einbrechen. In Hypeaktien zu investieren gleicht einem Feuer: Man kann sich schnell und leicht verbrennen.

Bild Chart Plug Power

12. Ein Unternehmen im Leitindex ist ein sicheres Investment

Ein weiterer schmerzhafter Anfängerfehler, den ich lernen musste, ereignete sich am 25. Juni 2020. An diesem Tag meldete die Wirecard AG, gelistet im DAX, Insolvenz an. Trotz Wirtschaftsprüfung stellte sich heraus, dass die Bilanzen des Unternehmens aufgebläht und manipuliert waren.

Bevor sich diese Vorwürfe bewahrheiteten, gab es viele Stimmen, die immer noch von der Glaubwürdigkeit des Unternehmens überzeugt waren und die Vorwürfe als üble Nachrede abtaten. Auch ich konnte nicht glauben, dass ein DAX-Unternehmen, das regelmäßig geprüft wurde, betrügerisch unterwegs sein könnte.

 

Ich war so fest davon überzeugt, dass ich die Kursrückgänge ausnutzte und meine Position in Wirecard sogar ausbaute. Anfangs zahlte sich dieser Mut noch aus, bis schließlich die betrügerischen Machenschaften doch bestätigt wurden und meine Investitionen sich in Luft auflösten.

Mein Lernprozess bestand darin zu verstehen, dass Zweifel an der Glaubwürdigkeit eines Unternehmens ein Warnsignal sind, unabhängig davon in welchem Index es gelistet ist. Sobald solche Zweifel auftauchen, ist es ratsam, die Investitionen aufzulösen und von der Seitenlinie aus weiter zu beobachten, bis der Fall geklärt ist.

(Bild ein- und austiegszeitpunkt)

13. Investieren ohne ausreichende Recherche

Es ist wichtig, deine Hausaufgaben zu machen, bevor du eine Investition tätigst. Gerade bei Aktien solltest du das Geschäftsmodell des Unternehmens, seine finanzielle Gesundheit, seine Wachstumsaussichten und die Qualität seines Managements analysieren und verstehen. Bei Immobilien ist es wichtig, die Lage zu betrachten, die Bausubstanz sowie selbstverständlich auch die Rücklagen und den Renovierungsstau, falls vorhanden.

Zuverlässige Informationen findest du in Finanznachrichten, Analystenberichten und den Finanzberichten des Unternehmens. Du kannst auch Finanzforen und Blogs nutzen, um Meinungen und Einschätzungen von anderen Anlegern zu sammeln. Bei Immobilien ist es anspruchsvoller, hier können Experten ratsam sein, die die Substanz und den Erhalt der Immobilie bewerten und einschätzen können.

14. Mangelnde Diversifikation

Ein häufiger Anfängerfehler ist, alle Eier in einen Korb zu legen. Wenn du nur in eine bestimmte Anlage, Aktie, Branche oder Land investierst, riskierst du nicht nur hohe Kursschwankungen, sondern auch einen Totalverlust.

Eine breite Streuung, auch Diversifikation genannt, kann dazu beitragen, die Wertschwankungen deines Portfolios deutlich zu reduzieren, was dazu beiträgt, dass du nachts ruhiger und besser schlafen kannst. Du erreichst dies, indem du nicht nur in eine Anlageklasse wie Aktien investierst, sondern beispielsweise auch in Anleihen, Immobilien und P2P-Kredite.

Sollte es an der Börse zu einem Crash kommen, was die Aktienkurse zum Einbrechen bringt, können deine anderen Anlagen diesen Einbruch gewissermaßen abfedern. Nehmen wir P2P-Kredite, sie sind von Börseneinbrüchen nicht betroffen und werden trotzdem weiterhin ihre Zinsen ausschütten. Diese Zinsausschüttungen wirken deinen Verlusten an der Börse entgegen.

(Bild Portfolio nur Aktien - diversifiziert mehrere Anlagen)

15. Emotionales handeln

Ein häufiger und schwerwiegender Fehler, den nicht nur Anfänger, sondern auch fortgeschrittene Investoren machen, besteht darin, emotionale Entscheidungen zu treffen. Das kann dazu führen, dass du aus Angst zu schnell verkaufst , wenn die Kurse fallen oder du aufgrund der Gier zu viel investierst, wenn die Kurse einer Aktie gerade stark steigen.

Emotionale Entscheidungen können zu ungünstigen Investitionsentscheidungen führen. Wenn du beispielsweise aus Angst verkaufst, wenn die Kurse fallen, könntest du einen Verlust realisieren, anstatt abzuwarten, bis sich die Kurse wieder erholen.

Einer der besten Wege, um emotionale Entscheidungen an der Börse zu vermeiden, ist ein Sparplan auf Aktien oder ETFs. In diesem Fall investierst du monatlich einen festen Betrag, unabhängig davon, wie die Marktlage ist. Mit dieser Strategie gibt es Zeiten in denen du mehr Anteile erwirbst, wenn die Kurse fallen und Zeiten in denen du weniger Anteile erwirbst, nämlich genau dann, wenn die Kurse steigen. Dies führt letztendlich dazu, dass du deine Anteile zu einem Durchschnittspreis erwirbst.

16. Investieren ohne einen angemessenen Notgroschen

Du hast noch keinen Notgroschen aufgebaut? Dann solltest du auch noch nicht investieren. Es gibt nichts Ärgerlicheres als dein gut laufendes Investment zu verkaufen, nur weil du kurzfristig Liquidität benötigst, egal wofür.

Oder noch schlimmer: Die Börse befindet sich gerade an einem Tiefpunkt und du benötigst Geld für eine Autoreparatur. Sehr ärgerlich, wenn du jetzt deine Investments mit Verlust verkaufen musst.

Die Regel lautet also: Erst einen Notgroschen aufbauen, bevor du mit dem Investieren beginnst.

17. Gebühren und Provisionen ignorieren

Ein weiterer häufiger Anfängerfehler ist das Übersehen von Gebühren und Kosten, die sich schnell summieren und deine Rendite erheblich schmälern können. Gebühren sind sehr wichtig zu betrachten, da sie direkt von deiner Rendite abgezogen werden. Wenn du beispielsweise eine jährliche Gebühr von 1% zahlst und deine Investitionen im Durchschnitt 7% pro Jahr erwirtschaften, beträgt dein tatsächlicher Gewinn nur 6%. 1% Gebühr klingt zwar nach nicht viel, kann aber in Abhängigkeit vom Vermögen und der Laufzeit, sehr schnell einen Unterschied im fünfstelligen Bereich ausmachen!

Besonders provisionsbasierte Finanzberater empfehlen oft kapitalbildende oder fondsgebundene Lebensversicherungen, wobei es sich jedoch um sehr teure Anlageprodukte handelt. Über die Laufzeit hinweg können Kosten im fünfstelligen Bereich entstehen.

 

Das Problem dabei ist, dass du diese Kosten möglicherweise nie erfahren wirst, da sie von deinen Beiträgen und Anlagevermögen abgezogen werden. Das Ergebnis solcher Anlagen am Ende der Laufzeit ist oft enttäuschend und du kannst froh sein, wenn sie es geschafft haben, die Inflation zu schlagen. Wenn du eine kapitalbildende Lebens- oder Rentenversicherung besitzt, solltest du unbedingt meinen folgenden Blogartikel lesen:

18. Übermäßiges Vertrauen in "Expertentipps" oder Empfehlungen

Nur weil sich jemand als Finanzexperte bezeichnet, bedeutet das nicht automatisch, dass du ihm blindlings vertrauen solltest. Schalte immer deinen Kopf ein und hinterfrage seine Tipps und Empfehlungen. Insbesondere Finanzberater, neigen dazu, überteuerte und komplizierte Finanzprodukte zu empfehlen, da sie ihre Rechnungen auch irgendwie bezahlen müssen.

Noch wichtiger ist jedoch, dass es keinen Finanzexperten gibt, der die Börsen- und Kursentwicklung einzelner Unternehmen oder des gesamten Marktes vorhersagen kann. Das ist schlichtweg unmöglich. Man kann Vermutungen anstellen, aber ob sie eintreffen werden, bleibt bis zum Zeitpunkt der Wahrheit ein Geheimnis.

Wenn also ein "Finanzexperte" überzeugt davon ist, dass morgen ein Börsencrash bevorsteht, kannst du das getrost ignorieren. Und selbst wenn er zufälligerweise doch recht haben sollte und der Crash eintritt, kannst du dich immerhin darüber freuen, dass endlich wieder die Gelegenheit gekommen ist, gute Unternehmen günstig zu kaufen.

19. Eine Finanzberatung reicht

Darf ich dich etwas fragen? Wie lange benötigst du normalerweise, um ein neues Auto zu kaufen? Tage oder sogar Wochen? Warum denkst du dann, dass eine einzige Finanzberatung für dich ausreichend ist?

Mein Vorschlag ist, dass du immer mehrere Finanzberatungen in Anspruch nimmst und die verschiedenen Angebote miteinander vergleichst. Beim Autokauf gehst du schließlich auch so vor. Nur so hast du die Möglichkeit, die besten Produkte zu finden, die zu deiner Lebenssituation passen.

Ein gutes Beispiel ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Je nach Anbieter können die Kosten zwischen 30€ und 200€ pro Monat liegen. Nicht jeder BU-Anbieter ist möglicherweise auf deinen Beruf spezialisiert, was zu höheren Kosten führen kann. Es lohnt sich also, den Aufwand zu betreiben, um den richtigen Anbieter zu finden.

20. Den perfekten Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkt finden

Das Streben nach dem perfekten Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkt ist eine faszinierende Idee. Doch auch von dieser Vorstellung solltest du dich lösen. Den perfekten Zeitpunkt zu treffen ist nämlich quasi unmöglich. Je schneller du dich von diesem Gedanken verabschiedest, desto besser. Du musst bei jedem Investment damit rechnen, dass die Kurse nach deinem Einstieg oder Ausstieg weiter fallen oder steigen können.

 

Besonders ärgerlich ist, wenn du während einem Crash zu lange mit deinem Investment zögerst, aus Angst, nicht den perfekten Einstiegspunkt zu finden. Denn nach einem Crash können sich die Kurse sehr schnell wieder erholen. Wenn du dann nicht investiert bist, hast du eine optimale Gelegenheit verpasst.

 

Das Problem ist, wenn die Kurse in den letzten Wochen stark gefallen sind und die Wende beginnt, könntest du zunächst denken, dass der Sturm noch nicht vorbei ist. Ehe du dich versiehst, erreichen die Kurse jedoch wieder ihre alten Höchststände. Finde also den Mut zu investieren, auch wenn die Kurse möglicherweise weiter fallen werden.

Denn wer nicht investiert ist, wenn die Kurse fallen, ist in der Regel auch nicht investiert, wenn sie wieder steigen.

21. Investieren mit geliehenem Geld oder auf Kredit

Über Emotionen beim Investieren haben wir bereits gesprochen. Wenn die Gier besonders präsent ist, kann man schnell auf die Idee kommen, einen Kredit aufzunehmen und zu investieren.

Tu das bitte nicht, vor allem nicht als Einsteiger. Ich weiß, es ist verlockend, Geld zu leihen, um damit zu investieren und die Gewinne zu steigern. Sollte deine Investition jedoch nicht aufgehen und du deinen Kredit an der Börse verlierst, bist du ab diesem Zeitpunkt zusätzlich noch verschuldet.

Investiere deshalb nur das Geld, das du problemlos verlieren kannst, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Lass dich in diesem Fall niemals von deiner Gier leiten.

22. Ignorieren langfristiger Anlagestrategien für schnelle Gewinne

Ich weiß, langfristiges Investieren mag langweilig erscheinen und die Glückshormone werden nicht annähernd so angeregt wie bei kurzfristigen Investments. Sobald ein Investment im Plus ist, kommt man schnell in Versuchung zu verkaufen und die Gewinne zu realisieren. Wenn du jedoch an dein Investment glaubst und kein Daytrading betreibst, solltest du einen zu schnellen Verkauf vermeiden.

Denn in der Regel fallen Steuern an, wenn du ein profitables Investment verkaufst. Dieses Geld kann dann nicht mehr für dich arbeiten und der Zinseszinseffekt leidet darunter. Das folgende Bild veranschaulicht die Auswirkungen, wenn du ein gut laufendes Investment zu früh verkaufst und das Geld stattdessen in eine neue Anlage investierst.

(BIlD)

23. Annahme, dass vergangene Erfolge sich widerholen

In der Finanzwelt werden gerne historische Entwicklungen betrachtet. Die charttechnische Analyse wird von vielen Daytradern und Investoren genutzt, um mögliche spannende Investitionen anhand vergangener Entwicklungen vorherzusehen. Auch Fondsmanager rühmen sich gerne damit, wie erfolgreich ihre Investments in den vergangenen Jahren waren.

 

Doch ist das ein Garant dafür, dass es zukünftig genauso erfolgreich weitergehen muss? Die Antwort lautet ganz klar: Nein. Nur weil etwas oder jemand in der Vergangenheit gut performt hat, heißt das noch lange nicht, dass es zukünftig weiterhin so sein wird.

Gerade als Einsteiger sollte man sich immer bewusst darüber sein, dass Erfolge in der Vergangenheit nur wenig darüber aussagen, wie es in der Zukunft weitergehen wird. Es gibt zu viele Beispiele von Investoren, die über Jahre hinweg sehr erfolgreich waren und als Börsengurus bezeichnet wurden, nur um dann innerhalb kürzester Zeit in Vergessenheit zu geraten, aufgrund von einigen Fehlentscheidungen, die zu hohen Verlusten geführt haben.

​24. Die eigene Risikotoleranz ignorieren

Wenn du nachts nicht schlafen kannst, weil deine Anlage zu stark schwankt und sich gerade im Minus befindet, ist das ein erstes Anzeichen dafür, dass Investieren möglicherweise nicht das Richtige für dich ist.

Oder du musst dich für andere Investments entscheiden, die weniger bis gar nicht schwanken. Denn kein Investment sollte dir schlaflose Nächte bereiten, dafür ist deine Gesundheit zu wertvoll.

Wenn du also nach einer Investition ein Gefühl der Nervosität verspürst, zu oft die Kurse überprüfst oder tatsächlich nachts nicht mehr richtig schlafen kannst, aber trotzdem weiterhin investieren möchtest, kann eine Lösung darin bestehen, mit kleineren Investments zu beginnen. Mit der Zeit gewöhnst du dich möglicherweise an das Auf und Ab an der Börse, was dir dann auch ermöglich deine Investitionssumme weiter zu erhöhen.

Ich habe beispielsweise mit 500€ pro Investition begonnen und im Laufe der Zeit meine Investments auf 1.500€ pro Anlage erhöht. Bei dieser Vorgehensweise waren Anfängerfehler auch nicht so teuer.

25. Den eigenen Anlagehorizont ignorieren

Sehr wichtig für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge ist dein eigener Anlagehorizont. Wenn du beispielsweise in ETFs investieren möchtest, solltest du mindestens noch 15 Jahre bis zur Rente haben.

Warum 15 Jahre? Weil rein historisch betrachtet nach 13 Jahren beispielsweise jedes Investment im DAX eine positive Rendite erwirtschaftet hätte, unabhängig davon, wie viele Krisen man miterlebt hat.

Aber wie bereits in Punkt 22 hingewiesen wurde, handelt es sich auch hier um eine rein historische Betrachtung. Nur weil es in der Vergangenheit so war, heißt das nicht, dass es zukünftig auch so sein muss.

Wenn dein Anlagehorizont weniger als 15 Jahre beträgt und du noch Altersvorsorge betreiben möchtest, solltest du möglicherweise andere Anlagen in Betracht ziehen. Vor allem dann, wenn das Geld auf jeden Fall für die Rente benötigt wird.

26. In Aktien anstatt in ETFs investieren

Gerade Einsteigern empfehle ich verstärkt auf ETFs, anstatt auf Einzelaktien zu setzen. Meiner Meinung nach sollten ETFs in keinem Portfolio fehlen. Mit ihnen erhält man bereits mit wenig Geld eine sehr breite Streuung und ein Totalverlust ist quasi unmöglich. Bei ETFs handelt es sich also um den perfekten Einstieg an der Börse.

 

Einzelaktien dagegen sind zwar spannender und wenn man sich für die richtigen entscheidet, sind auch die Gewinne sehr wahrscheinlich höher. Allerdings solltest du dir bewusst darüber sein, dass du ausführlich recherchieren solltest, ob eine Aktie auch wirklich ein gutes Investment ist. Machst du das nicht, handelt es sich nicht um ein Investment, sondern lediglich um eine Spekulation, die schnell schiefgehen kann.

 

Du musst dir gut überlegen, ob du wirklich mit Einzelaktien starten möchtest. Schwankungen dürfen dir dann nichts ausmachen und du musst dich auch damit abfinden, dass ein Totalverlust wahrscheinlicher ist als mit einem ETF.

27. Investmenttipps von Freunden oder Familienmitgliedern

Hast du auch den einen Freund oder ein Familienmitglied, das immer wieder gerne Investmenttipps verteilt? Also ich habe solche Freunde. Diesen Fehler habe ich aber nur einmal gemacht und bin in einen Investmenttipp eingestiegen, ohne selbst zu recherchieren. Das Resultat? Mehrere hundert Euro Verlust.

Mein Fazit: Zukünftig frage ich erst einmal nach, woher der Investmenttipp stammt. Denn in der Regel handelt es sich überhaupt nicht um einen heißen Tipp, wenn bereits die „gemeine Bevölkerung“ davon weiß. Und zweitens werde ich davor selbst recherchieren, wie vielversprechend das Unternehmen wirklich ist.

28. Anlagestrategie passt nicht zur Lebenssituation

Du hast ein Kind bekommen? Herzlichen Glückwunsch! Vermutlich werden in den nächsten Jahren deine Ausgaben steigen. Ein möglicher Grund, deine eigenen Investments zu reduzieren und den Notgroschen zu erhöhen. Oder stehst du kurz vor der Rente? Auch dann kann es sinnvoll sein, deine Aktienanteile umzuschichten und in schwankungsärmere Anlagen zu investieren.

 

Deine Anlagestrategie nicht an die Lebenssituation anzupassen, kann gefährlich für dein eigenes Vermögen sein. Gerade hohe Vermögen, die an der Börse investiert wurden, können kurz vor der Rente aufgrund eines Crashs dahinschmelzen. Das ist besonders ärgerlich, wenn du die letzten Jahrzehnte konsequent für den Ruhestand gespart hast und deine Anlagestrategie nicht an deine neue Lebenssituation angepasst hast.

 

Du solltest also darauf achten, deine eigene Anlagestrategie regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf an deine Lebenssituation anzupassen. Nur so kannst du garantieren, dass der Vermögensaufbau weiterhin reibungslos verläuft.

 

(Bild neue Lebenssituationen, die eine Anpassung der Analgestrategie benötigen)

29. Zu viel Vertrauen in eine bestimmte Branche oder Sektor

Ich hatte bei meinem Börseneinstieg zu viel Vertrauen in die Marihuana-Branche. So viel Vertrauen, dass ich sogar zu Höchstkursen eingestiegen bin. Jetzt, fünf Jahre später, wurde Marihuana zwar legalisiert, aber von den Höchstkursen sind wir immer noch weit entfernt. Ein schönes Beispiel, das zeigt, dass Vertrauen schön ist, allein aber nicht ausreicht für ein lukratives Investment.

30. Ignorieren von Warnsignalen

Von meinem grandiosen Investment in Wirecard habe ich dir bereits erzählt. Die Warnsignale waren deutlich ersichtlich und trotzdem war ich zum Zeitpunkt meines Einstiegs davon überzeugt, dass ein regelmäßig geprüftes DAX-Unternehmen, ein seriöses Investment ist.

Falsch gedacht. Es ist klüger bei den ersten Anzeichen für mangelnde Seriosität eines Investments, lieber abzuwarten und von der Seitenlinie aus weiter zu beobachten. Sobald die Vorwürfe widerlegt wurden hat man immer noch die Möglichkeit einzusteigen. Lieber etwas Rendite und einen Kurssprung verpassen, als Warnsignale ignorieren und einen Totalverlust in Kauf nehmen.

31. Übermäßiges Handeln bei kurzfristigen Marktschwankungen

Das Investment ist eingebrochen und du hast verkauft, um die Verluste zu begrenzen? Diesen Fehler habe ich tatsächlich auch schon begangen und das Ergebnis war, dass ich ein paar Tage lang weinend die steigenden Kurse verfolgt habe und mein überstürztes Handeln bereut habe.

Wenn du dich außerdem ausführlich mit deinem Investment auseinandergesetzt hast, vielleicht sogar einen Sparplan eingerichtet und langfristig investieren möchtest, gibt es keinen Grund dein Investment nach einem Kursverlust zu verkaufen. Im Gegenteil, es könnte ratsamer sein nachzukaufen, wenn du voll und ganz hinter deinem Investment stehst.

32. Zu viel Geld in illiquide Anlagen investiert

Dieses Problem betrifft vor allem Immobilieninvestoren. Aber auch bei einzelnen Aktien kann es vorkommen, dass sie illiquide sind. Was bedeutet, dass sie nicht häufig gehandelt werden, möglicherweise aufgrund einer begrenzten Anzahl verfügbarer Aktien.

Optimal ist es, wenn dein Portfolio auch in diesem Bereich ausgewogen ist und nicht ausschließlich aus illiquiden Investments besteht. Das bedeutet, dass du auch Anlagen besitzen solltest, die du idealerweise innerhalb von Stunden oder Minuten verkaufen kannst.

Du weißt nie, wann du kurzfristig Geld benötigst. Wenn dein Vermögen dann hauptsächlich aus Immobilien besteht, kann es schwierig sein sie schnell zu verkaufen. Ein schneller Verkauf ist dann meistens mit hohen Verlusten verbunden.

Bild illiquide und liquide Anlagen

33. Übermäßiges Vertrauen in die Prognosen von Experten

Es gibt zahlreiche Beispiele, in denen sogenannte Finanzexperten Prognosen und Vorhersagen abgegeben haben und später genau das Gegenteil eingetroffen ist. In meinem Online-Workshop zeige ich einige solcher Beispiele, die verdeutlichen, dass Prognosen und Vorhersagen über die Börse oft nicht mehr wert sind als ein Haufen Mist.

Tu dir selbst einen Gefallen und ignoriere solche Prognosen und Ratschläge von "Finanzexperten". Im Grunde genommen sind sie auch nur Menschen und machen Fehler. Bleib einfach bei deiner Strategie, dann fährst du am besten.

34. Jede Anlage ist eine eigene Disziplin

Jede Anlageklasse besitzt ihre eigenen Risiken und Stolpersteine. Nur weil du bisher erfolgreich in Aktien investiert hast, bedeutet das noch lange nicht, dass du automatisch auch ein erfolgreicher Immobilieninvestor bist. Daher ist es wichtig, dass du dich vor einem Investment gründlich mit jeder neuen Anlageklasse auseinandersetzt und dich darüber informierst

35. Staatliche Risiken nicht berücksichtigen

In manchen Ländern ist es sicherer zu investieren als in anderen. Ein gutes Beispiel dafür ist China. In China hat der Staat einen starken Einfluss auf einzelne Unternehmen und kann deren Erfolg stark beeinträchtigen, wenn es nicht im Einklang mit den Interessen des Landes handelt. Der Erfolg eines Unternehmens hängt daher auch stark von staatlichen Einflüssen ab, was ein zusätzliches Risiko für Investoren darstellt, mit dem sie umgehen müssen.

 

Wie du siehst, genügt es nicht immer, nur das Unternehmen selbst zu betrachten und zu bewerten. Manchmal spielen auch andere Faktoren eine entscheidende Rolle dafür, ob sich ein Investment lohnt oder nicht. Letztendlich muss jeder Investor für sich entscheiden, ob er bereit ist, dieses zusätzliche Risiko einzugehen oder nicht.

36. Langfristige Trends und ihre Auswirkungen ignorieren

Unternehmen, die heute Stars am Börsenparkett sind, müssen das nicht zwangsläufig für immer bleiben. Die Wirtschaft entwickelt sich ständig weiter, sodass Unternehmen, die heute führend sind, morgen insolvent sein oder das Interesse neuer Investoren verlieren können.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Stahlindustrie, die früher ein gefragter Sektor war. Heute dominieren jedoch Technologieunternehmen wie Google und Apple den Markt und haben die Stahlindustrie vom ersten Platz verdrängt.

Es ist ungewiss, welche Unternehmen aus welchen Bereichen in 50 Jahren die neuen Börsenstars sein werden. Wichtig ist, Trends zu berücksichtigen, denn nur weil ein Unternehmen seit 20 Jahren gefragt ist, bedeutet das nicht, dass es auch zukünftig so bleiben wird.

37. Zu großer Anteil risikoreicher Investments

Ein ausgewogenes Portfolio besteht nicht nur aus verschiedenen Anlageklassen, sondern auch aus einem angemessenen Anteil risikoreicher Anlagen, der zu deiner Lebenssituation passt. Mit zunehmendem Alter sollte dieser risikoreiche Anteil tendenziell sinken, da sie in der Regel stärkere Wertschwankungen aufweisen.

Es ist durchaus möglich, dass du sehr risikoreiche Anlagen in deinem Portfolio aufnimmst, aber es ist ratsam, den Anteil auf maximal 10% des Gesamtportfolios zu beschränken. Auf diese Weise bleiben die Verluste im Rahmen, falls das Investment nicht den gewünschten Erfolg bringt.

38. Fonds einem ETF vorziehen

Gerade Anfänger und Einsteiger werden oft von den vermeintlichen Vorteilen von Fonds angezogen und überzeugt. In meinem DIY-Workshop gibt es ein ganzes Kapitel zu ETFs vs. Fonds, in dem ich deutlich mache, dass ETFs klar im Vorteil gegenüber Fonds sind.

Kurz gesagt, Fonds sind i.d.R. sehr viel teurer und über einen langen Anlagehorizont betrachtet schafft es so gut wie kein Fondsmanager, seinen Vergleichsindex zu schlagen. Dies wird durch mehrere Studien und Beweise belegt.

Fonds werden hauptsächlich von Finanz- und Bankberatern empfohlen, da ihre Vergütungen aufgrund der höheren Kosten auch entsprechend höher ausfallen. Während ein typischer ETF Kosten im Bereich von 0,2% - 0,5% pro Jahr verursacht, können Fonds laufende Gebühren von 1,5% und mehr aufweisen.

Ich würde dir daher in jedem Fall zu einem ETF raten, da die Kosten niedriger sind und du mit höherer Wahrscheinlichkeit deine finanziellen Ziele erreichen wirst.

Bild: Vorteile ETFs gegenüber FOnds

39. Panikverkäufe bei Marktschwankungen

Wenn du noch keinen Börsencrash erlebt hast, ist es vermutlich schwer nachzuvollziehen, was in dir vorgehen kann, wenn du mit ansehen musst, wie dein Vermögen dahinschmilzt. Viele Investoren verkaufen aus der Angst heraus, noch mehr Verluste zu erleiden.

 

Es gehört vermutlich zu einer der schwierigsten Disziplinen beim Investieren, genau das zu tun, was die Massen nicht tun, nämlich kaufen, wenn die Kurse fallen. Obwohl man so häufig davon liest, dass man antizyklisch investieren soll, ist die Angst häufig so groß, dass man sich nicht traut zu Kaufen, aus Furcht, die Kurse könnten noch weiter fallen.

Sprüche wie: Vermeide es ins fallende Messer zu greifen. Sind dabei nicht hilfreich.

Darf ich dir etwas verraten? Die Chance, dass die Kurse weiter fallen, wenn du in einem Crash investierst, ist sehr hoch. Den perfekten Einstiegspunkt wirst du voraussichtlich nicht treffen. Was mir sehr in so einer Situation hilft, ist, in Tranchen zu investieren. So sind die Verluste begrenzt, falls die Kurse weiter fallen sollten.

40. Investieren aufgrund von einem Medienhype

Es kann verlockend sein in die neue "heiße" Aktie oder den neuesten Trend zu investieren. Vor allem wenn es durch Medienberichte gepuscht wird. Aber häufig führt das zu Enttäuschungen. "Heiße Tipps" basieren oft auf einem Hype und Spekulationen und nicht auf soliden Fundamentaldaten.

 

Darüber hinaus hast du vermutlich den perfekten Einstiegspunkt sowieso bereits verpasst, da außer dir ziemlich sicher bereits Millionen andere Investoren von dem „heißen“ Tipp gehört haben.

 

Der beste Weg, diesen Fehler zu vermeiden, besteht darin, deine eigenen Recherchen durchzuführen und Investitionsentscheidungen auf der Grundlage solider Fundamentaldaten und einer langfristigen Strategie zu treffen und nicht auf der Grundlage von Gerüchten oder "heißen Tipps".

41. Die Inflation ignorieren

Viele Deutsche waren sicherlich erleichtert, als sie endlich wieder Zinsen für ihre Ersparnisse auf dem Bankkonto erhielten. Doch was viele Anleger und Sparer dabei vergessen, ist die Inflation, auch als Kaufkraftverlust bezeichnet.

Wenn du heute für 100€ beispielsweise 100 Eiskugeln bekommst, könnte es sein, dass du ein Jahr später für den gleichen Betrag nur noch 90 Eiskugeln erhältst. Die Inflation führt dazu, dass du mit der gleichen Geldmenge, nach einer gewissen Zeit, weniger Waren und Dienstleistungen kaufen kannst.

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Beim Treffen von Anlageentscheidungen solltest du daher nicht nur die Rendite deines Investments betrachten, sondern auch die Inflation berücksichtigen. Wenn die Inflation nämlich höher ist als die Zinsen, die du für deine Anlage erhältst, steigt zwar dein Kontostand nominal an, aber in Wirklichkeit könntest du damit trotzdem weniger kaufen als zuvor. Achte also darauf, dass die erwartete Rendite deiner Anlage immer höher ist als die Inflation, sonst riskierst du, dass du dich arm sparst.

42. Fehlende Verkaufsstrategie

Auf der einen Seite ist es wichtig, eine gute Anlagestrategie zu haben. Aber ebenso entscheidend ist es, eine durchdachte Verkaufsstrategie zu entwickeln. Anlagen, die kein Geld ausschütten, musst du verkaufen, um an dein investiertes Kapital heranzukommen. Doch jeder verkaufte Anteil bedeutet, dass dieses Kapital nicht mehr für dich weiterarbeiten kann. Vorausgesetzt du benötigst es z.B. um deine Rentenlücke zu schließen.

Wenn du einen beträchtlichen Anteil deines Portfolios in Aktien investiert hast, solltest du auch die Marktschwankungen berücksichtigen. Wenn du regelmäßig Einkommen benötigst, könnte es sinnvoll sein, auf einmal einen größeren Anteil zu verkaufen, bevor die Kurse wieder korrigieren. Es könnte jedoch ebenso vorteilhaft sein, die Anteile weiterhin investiert zu lassen, um von möglichen weiteren Kursanstiegen zu profitieren.

Du siehst, die Verkaufsstrategie ist keineswegs trivial, weshalb es wichtig ist, sich rechtzeitig Gedanken darüber zu machen.

Meine Empfehlung ist, auch darauf zu achten, in Anlagen zu investieren, die automatisch zusätzliche Einkommensströme generieren, wie zum Beispiel:

  • Immobilien zur Generierung von Mieteinnahmen

  • Aktien und ETFs, die Dividenden ausschütten

  • P2P-Kredite, die kontinuierlich Zinsen auszahlen

Solche Anlagen bieten den Vorteil, dass du sie nicht verkaufen musst und dennoch laufende Einnahmen erzielst. Ein Nachteil ist jedoch, dass alle Einnahmen während der Ansparphase versteuert werden müssen und so der Zinses-Zins-Effekt darunter leidet.

43. Blindes Vertrauen in ein Investmentprodukt

Der Finanzmarkt ist voll von Finanzprodukten, die alle satte Renditen versprechen. Leider halten viele dieser Produkte dieses Versprechen nicht ein. Im Gegenteil, es gibt genügend überteuerte Finanzprodukte oder welche, die betrügerischer Natur sind.

Besonders vorsichtig solltest du bei Finanzprodukten sein, bei denen dein Geld außerhalb der EU investiert wird. Hier besteht die Gefahr, dass dein Geld schnell verschwindet und der Rechtsweg eingeschränkt ist, was Betrügern zugutekommen kann.

Es ist daher ratsam, jede Anlage gründlich zu prüfen. Wenn du dir unsicher bist, ob eine Anlage seriös oder lukrativ ist, solltest du unbedingt eine zweite Meinung einholen. Du kannst mir gerne eine Nachricht schicken und ich gebe dir eine kostenlose und unabhängige Meinung zum Anlageprodukt.

44. Blindes Vertrauen in Finanzberatern

Finanzberater können besonders sympathisch und freundlich sein. Doch letztendlich müssen sie ihre Produkte verkaufen, um ihre laufenden Rechnungen bezahlen zu können. Ein freundlicher Finanzberater ist jedoch kein Grund, ihm blindlings zu vertrauen.

 

Es ist wichtig, trotzdem eine Zweitmeinung zu seinen vorgeschlagenen Produkten einzuholen. Wenn du möchtest, kannst du mir gerne eine Nachricht schicken und ich gebe dir ein kostenloses und unabhängiges Feedback zu den vorgeschlagenen Produkten.

45. Vertrauen in Strukturvertriebe und Einfirmenvertreter

Es gibt verschiedene Arten von Finanzberatern. Weißt du zu welcher Gattung dein Berater gehört?

Handelt es sich um einen Einfirmenvertreter, dann würde ich dir empfehlen einen neuen Finanzberater zu suchen. Er verkauft nämlich nur die Produkte von einem Unternehmen, was bedeutet, dass es sich nicht um eine unabhängige Beratung handelt. Deshalb wird es schwierig sein, dass der Berater genau die für dich passenden Produkte anbieten kann, da sein Produktportfolio stark eingeschränkt ist.

Mindestens genauso problematisch sind Strukturvertriebe. Auch von diesen Beratern würde ich an deiner Stelle Abstand halten. Woher ich das weiß? Ich war selbst einmal Teil eines Strukturvertriebs und kenne die internen Abläufe.

 

Das Hauptziel dieser Berater ist es, Umsatz mit dir zu generieren. Regelmäßige Verkaufswettbewerbe sorgen dafür, dass der Fokus der Berater darauf liegt, Verträge abzuschließen. Das Wohl des Kunden spielt dabei nur eine zweitrangige Rolle.

Wenn du eine Beratung durch einen Finanzberater in Betracht ziehst, dann empfehle ich dir Honorarberater. Im Notfall können auch Makler eine mögliche Anlaufstelle sein. Optimal wäre es natürlich, wenn du dich selbst um deine Finanzen kümmerst.

Bild  Pyramide FInanzberater

46. Versteckte Kosten und Gebühren

Die Finanzindustrie ist äußerst einfallsreich, wenn es darum geht, neue Kosten einzuführen. Das Bild unten gibt einen Einblick in die verschiedenen Arten von Kosten, die auftreten können.

 

Fondsgebundene Lebensversicherungen sind ein gutes Beispiel dafür. Es gibt so viele Kostenkomponenten, dass man sich schnell wie im Finanzdschungel fühlt. Selbst wenn man die Versicherungsbedingungen durchliest, bleibt man oft im Dunkeln und hat keine klare Vorstellung davon, wie viel das Produkt letztendlich kosten wird.

Auch Fonds beinhalten häufig versteckte Kosten, die nicht im Factsheet aufgeführt werden müssen. 

 

Eine Frage, die sich mir immer wieder stellt, ist: Warum entscheiden sich Anleger überhaupt für derart komplexe Anlageprodukte, wenn es doch viel einfachere und transparentere Alternativen gibt?

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47. Die eigene Expertise überschätzen

Hochmut kommt vor dem Fall. Gerade zu Beginn betrachtet man seine ersten Investments voller Eifer und glaubt schlauer als der Markt zu sein. Auch ich war fest davon überzeugt, dass alle meine Investments nur eine Richtung kennen würden: nämlich nach oben.

Aber die Börse hat auch mich schnell gelehrt, dass ich nicht schlauer bin und meine Investments auch eine andere Richtung einschlagen können, nämlich abwärts.

Es ist noch niemand als Meister vom Himmel gefallen. Überschätze dich nicht, höre dir die Meinungen anderer offen an und hinterfrage sie kritisch. Auf diese Weise wirst du deine Expertise im Finanzbereich kontinuierlich verbessern und immer bessere Finanz- und Investmententscheidungen treffen können.

48. Warnungen vor betrügerischen Angebote ignorieren

Manchmal ist die Gier nach hohen Renditen so groß, dass selbst Warnungen und Anzeichen für betrügerische Anlageangebote ignoriert werden. Deshalb ist es immer ratsam, dass du vor einem Investment kurz innehältst, deine eigenen Gefühle beobachtest und dich selbst fragst, ob Emotionen dich zu diesem Investment treiben. Wenn ja, solltest du das Investment aufschieben, bis deine Gefühle nicht mehr die Oberhand haben.

Bist du unsicher, ob ein Anlageangebot seriös ist, dann schreibe mir gerne eine Nachricht und erhalte kostenlos meine unabhängige Einschätzung dazu.

49. Glauben, dass eine Garantie etwas Gutes ist

Viele Menschen sorgen sich darum, ihr hart verdientes Geld zu verlieren. Deshalb kommen für viele nur "sichere Anlagen" in Frage. Zum Glück bietet die Finanzindustrie auch dafür passende Anlageprodukte an.

Der Riestervertrag ist eines dieser Produkte. Hier sind deine eingezahlten Beiträge und die staatlichen Zulagen zum Renteneintritt zu 100 % garantiert. Du hast also die Gewissheit, dass dein Vermögen bei Renteneintritt mindestens den eingezahlten Beiträgen und Zulagen entspricht, auch wenn dein Geld in wertschwankende Fonds und ETFs investiert wird.

Ist das nicht großartig? So kannst du quasi keinen Verlust erleiden!

Auf den ersten Blick scheint das tatsächlich der Fall zu sein. Doch leider fallen bei einer Anlage mit Garantie immer "Opportunitätskosten" an. Würdest du dein Geld nämlich in eine alternative Anlage ohne Garantie investieren, wäre dein Vermögen bis zum Renteneintritt mit hoher Wahrscheinlichkeit höher (stark von der Anlagedauer abhängig)

Eine Garantie führt immer dazu, dass dein Geld konservativer angelegt wird, denn der Verwalter möchte am Ende nicht draufzahlen. Aus diesem Grund entgeht dir während der Anlagezeit wertvolle Rendite.

50. Die Ratschläge nicht befolgen

Nachdem du nun 49 Tipps zu Anfängerfehlern beim Vermögensaufbau gelesen hast, lautet der letzte Fehler, den du nicht begehen solltest, sie zu ignorieren. 

 

Denkst du, das sei kein Problem? Dann hoffe ich, du hast recht. Denn alle Anfängerfehler, die ich begangen habe, habe ich gemacht, obwohl ich es eigentlich besser wusste. Danach habe ich mich doppelt und dreifach darüber geärgert.

Wende also das Gelernte an und vermeide teure Investmententscheidungen. Denn lieber kein Geld verloren, als ein gutes Investment verpasst!

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